Reisetipps Elsass - Elsässisches Bier

Bier trinkt man im Elsass seit den Zeiten der Gallier.
Bier im Elsass

Bier im Elsass

Foto: K. Brandt

Als die Römer den Wein mitbrachten, verfiel es zum Armeleutegetränk, aber selbst die Wohlhabenden akzeptieren einen Krug Bier als erträglichen Ersatz für Wein zumindest dann, wenn schlechtes Wetter die Trauben verdorben hatte; da eignete es sich zum Durstlöschen doch immer noch besser als Wasser. Im Mittelalter waren die Klöster die einzigen Orte, wo man als erschöpfter Reisender Unterkunft und Nahrung finden konnte. Aber es wurde für die Ordensgemeinschaften zunehmend schwierig, allen Pilgern, die ihre Gastfreundschaft suchten, Wein anzubieten. So begannen die Mönche damit, Bier in größeren Mengen zu brauen. Das Beste wurde für den persönlichen Genuss des Bischofs oder Abts reserviert. Das nahrhafteste löschte den Durst der Mönche nach einem harten und langen Arbeitstag. Und der Bodensatz der Fässer war für die Pilger bestimmt.
Bevor der Prozess der Pasteurisierung entdeckt wurde, bestand die einzige Möglichkeit, das Bier über einen längeren Zeitraum aufzubewahren darin, es zu kühlen. Dafür schaffte man Eis aus Teichen und von Wiesen heran, die man vorher geflutet hatte. Im Elsass war es auch Laien erlaubt, Bier zu brauen, jedoch nur während des Winters. Der erste, der dies in den Stadtmauern von Straßburg tat, war ein gewisser Arnoldus, der seine Brauerei 1259 hinter der Kathedrale einrichtete. Die katholische Kirche hielt Bier grundsätzlich heidnisch. Allmählich wurde das Brauen deshalb von Protestanten übernommen. Martin Luther, der Schwiegersohn eines Brauers, erklärte, dass jene, welche Bier herstellten, Gott und der Wirtschaft dienten, wenn sie ihren Beruf erfolgreich ausübten. Die Französische Revolution setzte den Zwängen, Bier nur zu bestimmten Jahreszeiten brauen zu dürfen, eine Ende, und die Brauer begannen, Gaststätten (auberges-brasseries) zu eröffnen und dort ihr Bier auszuschenken. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts zählte man in der Region des Haut-Rin 1774 auberges und immerhin 280 im Bas-Rhin.

Um 1850 fand eine weitere Revolution statt, die auf das Bierbrauen entscheidenden Einfluss hatte: die industrielle. Das von Louis Pasteur auf den Punkt gebrachte Haltbarkeitsverfahren, moderne Kühlmethoden und die Eisenbahnen hatte viele kleine Familienbrauereien entweder zum reinen Ausschank daher die Doppelbedeutung des Begriffs "Brasserie" oder in industrielle Bierunternehmen verwandelt. Die Bierproduktion des gesamten Elsass vervierfachte sich von 100 000 Hektoliter 1850 auf 400 000 Hektoliter 1869. Als das Elsass Ende des 19. Jahrhunderts von Deutschland annektiert wurde, nahm man sich ein Beispiel an den florierenden Brauhäusern Münchens, und in und um Straßburg entstand eine große Anzahl geräumiger Brasserien. Auch dort wurde der Stammtisch zu einer Institution, die regelmäßigen Gästen vorbehalten blieb, denen eigene Bierkrüge reserviert wurden, die man Stamm nannte. Zugleich geht der Ursprung der vielen Brasserien in Paris auf Elsässer zurück, die aus Widerstand gegen die deutsche Besetzung 1871 aus ihrer Heimat flohen.
Heute gibt es im Elsass sieben Brauereien, die 54% des gesamten französischen Biers erzeugen.
Hochburg der Brauer ist der Straßburger Vorort Schiltigheim. Dort ist die 1740 gegründete und damit älteste bestehende Brauerei Schutzenberger ansässig, noch heute ein Familienunternehmen. Aber auch Heineken ist seit 1972 im Elsass vertreten, ebenso wie die zusammengeschlossenen Fischer und Adelshoffen. Kronenbourg, die Nummer eins unter den französischen Brauhäusern, braut in Straßburg-Cronenbourg sowie in Obernai. Fast in Lothringen nutzt Saverne, die seit 1989 dem Saarländer Unternehmen Karlsberg untersteht, das gute Wasser der Vogesen, während Météor, eine unabhängige Familienfirma, trotz vieler Neuerungen weiterhin traditionell in Hochfelden arbeitet.

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