Elsass einmal anders erleben
Die Betriebsbesichtigungen führen direkt dorthin, wo Produkte entstehen und traditionelles Wissen weitergegeben wird. Besucher schauen in Werkstätten, Produktionsräume und Manufakturen, erleben Arbeitsschritte aus nächster Nähe und kommen mit den Menschen ins Gespräch, die hinter den Betrieben stehen. Das Spektrum reicht von Handwerk und Landwirtschaft über Weinbau und Lebensmittelproduktion bis zu Industrie, Kultur und Tourismus.
2026 finden die „Semaines du Tourisme Économique et des Savoir-Faire“ erstmals im Elsass statt. Organisiert wird die Aktion von RésOT-Alsace gemeinsam mit 29 elsässischen Tourismusbüros. Die einzelnen Besichtigungen werden in der Regel von Mitarbeitern der jeweiligen Betriebe begleitet und geben damit Einblicke, die bei einem normalen Besuch oft nicht möglich sind.
Unsere Auswahl: besondere Betriebsbesichtigungen im Elsass
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Lalique-Manufaktur in Wingen-sur-Moder – Kristallherstellung aus nächster Nähe
Wie viel Handarbeit in einem Kristallobjekt steckt, lässt sich bei Lalique in Wingen-sur-Moder aus nächster Nähe erleben. Bei der rund 90-minütigen Führung durch die Manufaktur Lalique verfolgen Besucher den Weg eines Kristallobjekts von der Gestaltung und dem Formenbau über die Arbeit am heißen und kalten Glas bis hin zum Schliff und zur abschließenden Bearbeitung. Dabei geht es nicht nur um die Herstellung selbst, sondern auch um die traditionellen Fertigkeiten, die in der Manufaktur bis heute eine wichtige Rolle spielen.
Die Besichtigungen finden am 19. und 23. Oktober 2026 jeweils von 9.30 bis 11 Uhr statt und werden auf Deutsch, Französisch und Englisch angeboten. Der Eintritt kostet 2 Euro. Treffpunkt ist die Manufacture Lalique, 5 Quartier Lalique in Wingen-sur-Moder.
Gut zu wissen: Besichtigt wird tatsächlich die Produktionsstätte von Lalique, nicht das Musée Lalique. Das Museum bleibt nach dem Einbruch im Juli derzeit geschlossen und öffnet erst am 28. November 2026 wieder.
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De terre et d’osier in La Petite-Pierre – traditionelles Korbflechten erleben
Wie aus Weidenruten Schritt für Schritt ein Korb entsteht, zeigt Gérard Matter in seiner Werkstatt „De terre et d’osier“ bei La Petite-Pierre. Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt er sich mit traditioneller Korbflechterei und führt bei der Besichtigung durch die verschiedenen Arbeitsschritte – von der Auswahl des Materials bis zum fertigen Korb. Gleichzeitig erhalten Besucher einen Einblick in die Arbeit seiner Frau, die als Töpferin tätig ist.
Die Besichtigungen finden am 21., 24., 28. und 31. Oktober 2026 jeweils von 14 bis 16 Uhr statt. Angeboten werden sie auf Deutsch, Französisch und Englisch, der Eintritt kostet 2 Euro. Eine vorherige Reservierung ist erforderlich. Die Werkstatt befindet sich im Kohlthal bei La Petite-Pierre; Tiere dürfen zu den Besichtigungen nicht mitgebracht werden.
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Moulin Burggraf-Becker in Dossenheim-sur-Zinsel – dem Müller über die Schulter schauen
Mehl aus regionalem Getreide und ein Handwerk, das in der Familie bereits in sechster Generation weitergeführt wird: Bei der Besichtigung des Moulin Burggraf-Becker in Dossenheim-sur-Zinsel lernen Besucher den heutigen Arbeitsalltag einer elsässischen Mühle kennen. Im Mittelpunkt steht das Müllerhandwerk – vom regional angebauten Getreide bis zum fertigen Mehl. Die verwendeten Getreidesorten stammen nach Angaben des Betriebs überwiegend aus einem Umkreis von rund 50 Kilometern.
Neben der eigentlichen Müllerei gibt die Führung auch Einblicke in die weiteren Bereiche des Familienbetriebs. Dazu gehören unter anderem die Verarbeitung und Vermarktung regionaler Erzeugnisse sowie die „Ateliers du Moulin“, in denen normalerweise Back-, Koch- und Konditoreikurse angeboten werden. So zeigt die Besichtigung zugleich, wie sich traditionelles Müllerhandwerk heute mit regionalen Wirtschaftskreisläufen verbindet.
Die Besichtigungen finden am 22. und 28. Oktober 2026 jeweils von 10 bis 12 Uhr statt. Angeboten werden sie auf Deutsch und Französisch, der Eintritt kostet 2 Euro. Eine vorherige Reservierung ist erforderlich. Tiere dürfen nicht mitgebracht werden.
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Fromagerie Haxaire in Lapoutroie – wie Munsterkäse seinen Charakter bekommt
Was passiert eigentlich mit einem Käse, nachdem er hergestellt wurde? In der Fromagerie Haxaire in Lapoutroie steht bei dieser besonderen Besichtigung das Reifen des Käses im Mittelpunkt. Ein Mitarbeiter aus der Produktion zeigt, welche Aufgaben ein affineur übernimmt und wie sich während der Reifung nach und nach Aroma, Konsistenz und Charakter des Munsters entwickeln. Dabei erhalten Besucher auch Einblicke in die verschiedenen Arbeitsschritte der Käseherstellung und in den Alltag des Familienbetriebs.
Die Besichtigungen finden am 21., 23., 28. und 30. Oktober 2026 jeweils von 10 bis 11 Uhr statt. Der Eintritt kostet 2 Euro, eine vorherige Reservierung ist erforderlich. Die Führung dauert eine Stunde; die Käserei ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich und verfügt über einen kostenlosen privaten Parkplatz.
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E.Leclerc in Sélestat – hinter die Kulissen eines französischen Supermarkts
Wie gelangen die Waren eigentlich vom Lieferfahrzeug bis ins Verkaufsregal? Bei E.Leclerc in der nördlichen Gewerbezone von Sélestat können Besucher Bereiche kennenlernen, die beim normalen Einkauf verborgen bleiben. Die Führung führt von der Warenannahme und den Lagerbereichen bis zur Organisation des Drive-Service. Auch die Produktionsräume von Metzgerei, Bäckerei und Konditorei werden vorgestellt. Mitarbeiter geben außerdem Einblicke in die Verwaltungsabläufe hinter dem täglichen Betrieb des Supermarkts.
Die Besichtigungen finden am 21. und 28. Oktober 2026 jeweils von 9.45 bis 11.15 Uhr statt. Die Teilnahme kostet 2 Euro, das Mindestalter beträgt 10 Jahre. Damit die Führung stattfindet, müssen sich mindestens zehn Personen anmelden; wird diese Zahl bis zum Vortag nicht erreicht, kann der Termin abgesagt werden. Eine vorherige Reservierung ist erforderlich.
Praktische Tipps für die Betriebsbesichtigungen
Buchung: Die Reservierung erfolgt über die offizielle Plattform Savoir-faire Alsace. Die Webseite steht derzeit nur auf Französisch zur Verfügung. Dort findest du das vollständige und aktuelle Programm mit freien Terminen und kannst die Angebote nach Region, Termin und Themenbereich auswählen. Nach der Online-Buchung erhältst du eine Bestätigung per E-Mail. Die Teilnehmerzahl ist je nach Betrieb begrenzt.
Preise: Bei den von uns vorgestellten Besichtigungen kostet die Teilnahme jeweils 2 Euro pro Person. Für weitere Angebote gilt der Preis, der bei der jeweiligen Besichtigung auf der Buchungsplattform angegeben ist.
Vor der Buchung prüfen: Sprache, Mindestalter und Zugänglichkeit unterscheiden sich von Betrieb zu Betrieb. Auch besondere Vorgaben – beispielsweise festes Schuhwerk oder Einschränkungen beim Fotografieren – können gelten. Die entsprechenden Hinweise stehen bei der jeweiligen Besichtigung.
Mehrere Besichtigungen an einem Tag: Das ist grundsätzlich möglich. Wer Termine kombinieren möchte, sollte allerdings genügend Fahrtzeit zwischen den einzelnen Orten einplanen – die Angebote verteilen sich über das gesamte Elsass.
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