Wandelfest 2026 auf einen Blick
Wenn die Herden ins Tal zurückkehren
Am Samstag beginnt das Fest um 9:30 Uhr mit einer ökumenischen Feier in der protestantischen Kirche von Muhlbach-sur-Munster. Ab 10 Uhr öffnen die Stände rund um die Sporthalle, das Musée de la Schlitte und weitere Bereiche im Ort.
Zu entdecken gibt es Kunsthandwerk und regionale Produkte aus dem Munstertal – darunter Käse, Wurstwaren, Brot, Honig und Konfitüren. Musik, Folklore und Angebote für Kinder begleiten das Fest durch den Tag.
Spannend wird es ab etwa 11 Uhr, wenn die ersten Herden in Muhlbach-sur-Munster eintreffen. Bis in den Nachmittag hinein ziehen nach und nach rund 200 Rinder durch den Ort. Sie kommen aus dem Munstertal sowie aus den Tälern von Saint-Amarin und La Bresse. Auch die für die Vogesen typischen Vosgienne-Rinder sind dabei.
Um 11:30 Uhr wird vor dem Musée de la Schlitte eine traditionelle Soupe au Munster angeboten. Ab 18 Uhr klingt der Festtag bei einem Bergabend aus.
Praktische Tipps für das Wandelfest
Wer im Saal eine traditionelle Mahlzeit genießen möchte, muss vorher reservieren. Das gilt sowohl für das Mittagessen als auch für das Abendessen.
Reservierung: → Offizielle Webseite
Entlang der Feststrecke gibt es weitere Möglichkeiten, etwas zu essen und zu trinken.
Wichtig für alle, die mit Hund im Elsass unterwegs sind: Hunde dürfen zum Wandelfest nicht mitgebracht werden. Damit soll vermieden werden, dass die vorbeiziehenden Rinder durch Hunde unruhig werden oder in Panik geraten.
Muhlbach-sur-Munster besitzt einen Bahnhof und ist damit auch ohne Auto gut erreichbar. Der Veranstalter weist für das Fest ausdrücklich auf die Anreise mit der Bahn hin.
Transhumanz – eine alte Tradition der Bergregionen
Hinter dem Wandelfest steht eine Tradition, die weit über einen einzelnen Festtag hinausgeht. Bei der Transhumanz wechseln Herden im Laufe des Jahres zwischen verschiedenen Weidegebieten. In den Vogesen verbringen die Tiere die wärmeren Monate auf den höher gelegenen Bergweiden und kehren im Herbst wieder zu den Höfen im Tal zurück.
Eng damit verbunden sind die Marcaires, die Bergbauern der Vogesen. Sie zogen mit ihren Milchkühen auf die Höhen und stellten dort unter anderem Käse her. Bis heute erinnert vieles in den Vogesen an diese Form der Berglandwirtschaft – von den Hochweiden bis zu den Fermes-Auberges.
Die Transhumanz ist dabei keine Besonderheit der Vogesen. Saisonale Viehwanderungen gibt es in zahlreichen Bergregionen. Seit 2023 gehört die Tradition der Transhumanz zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit der UNESCO; Frankreich ist an dieser multinationalen Eintragung beteiligt.