Reisetipps Elsass - Geschichte von Mulhouse

Seinen Namen hat Mulhouse von einer im 8. Jahrhundert entstandenen Mühle an der Mündung von Ill und Doller. Bis heute ziert ein Schaufelrad das Stadtwappen. Daraus entstand "Mulinhuson", Mühlenhaus. 803 wurde es erstmals urkundlich erwähnt. Kaiser Friedrich Barbossa und Friedrich II. erteilten dem Ort im 12. Jahrhundert Privilegien, ein erster Aufschwung stellte sich ein. 1246 kam der Ort in den Besitz der Straßburger Bischöfe und erhielt 1293 die Stadtrechte.

Hotel de Ville in Mulhouse

Hotel de Ville in Mulhouse

© Photothèque de la Ville Mulhouse

Unter den Habsburgern wurde die Stadt 1308 eine freie Reichsstadt, was weitgehende Unabhängigkeit und Selbstverwaltung mit sich brachte. 1354 erfolgte der Eintritt in die Decapolis. 1444 marschierten die Armagnaken in die Stadt ein. Zwei Jahre später ging die Stadt ein Bündnis mit Bern und Solothurn und 1506 mit Basel ein. Nachdem 1466 ein Edelmann einem Müller einen halben Silbergroschen ("Plappert") zu wenig bezahlt hatte, begann der vierjährige "Sechs-Plappert-Krieg".
Seit dem 16. Jahrhundert regierte ein gewählter Zwölfrat die Bürgerrepublik "Mühlhausen". Von 1515 bis 1648 war sie als Bündniskanton der schweizerischen Eidgenossenschaft anerkannt und dadurch vom übrigen Elsass isoliert. Sie schloss sich Zwinglis Reformation an. Nach dem 30-jährigen Krieg übernahm Frankreich 1648 durch den Westfälischen Frieden wieder die Vorherrschaft, eine Selbstbestimmung der Stadt war aber garantiert. Nach der Reformation und der Aufhebung des Ediktes von Nantes wurde Mulhouse 1685 zur Hochburg der Calvinisten. Ein erneuter wirtschaftlicher Aufschwung und ein starker Bevölkerungsanstieg stellten sich ein. 1746 wurde die Stoffdruckmanufaktur gegründet. 1798 beschlossen die Bewohner den freiwilligen Anschluss an Frankreich. Dadurch wurden der nationale und später auch der internationale Stoffmarkt erschlossen.
Im 18. Jahrhundert gab es bereits ein fortschrittliches Sozialwesen mit Arbeitersparkassen und Lebensversicherungen. Mulhouse bekam 1834 durch den Rhein-Rhône-Kanal einen Anschluss an den Rhein. Eine der ersten Eisenbahnlinien Europas wurden 1839 von Mulhouse nach Thann eröffnet. 1877 gab es schon ein Telefonnetz in Mulhouse, das Straßburg und Colmar in der technischen Entwicklung weit voraus war. Nach einer Krise der alten Industrien kamen neue Investoren wie Peugeot. Der Tourismussektor gewann durch die Technikmuseen an Gewicht.

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